Schweigender Widerstand (2021)

Ton ohne Ton

Beschrieb
In der St. Anna-Kapelle mitten in der Stadt Zürich experimentiert das St. Anna Forum immer wieder mit neuen Veranstaltungsformaten und ist Host von spannenden kulturellen Angeboten.
Im September 2021 stand «Trotzdem! Ein widerständiger Abend» auf dem Programm. Künstler*innen und Interessierte waren eingeladen, einen Beitrag zu machen, ganz frei welcher Art.

Meine Performance / Lesung beinhaltet ein Gespräch mit einem Stück Ton, das mir – naturgemäss – keine Antwort geben wird. Zugrunde liegen meine Faszination für Homonyme (in diesem Fall Ton als Geräusch und Ton als Erdmasse) sowie die Freude an Wortspielen.
Absurde Poesie auf feinen Sohlen.

Meinen Beitrag findest du ab Minute 4:09 – 17:12. 

In mir ist es bunt (2021)

Draussen ist es laut
in mir ist es stumm


Draussen ist es weiss
in mir ist es bunt


Neben den Schuhen
barfuss durch den Schnee

Material
Acryl, Ölpastell und Fineliner auf Papier

Grösse
21×21 cm

Kontext
Wettbewerbsteilnahme bei der „DreiKönigs-Ausstellung“ der Oberen Mühle, Stadtgalerie Dübendorf. Ein Teilnahmebild sollte beinhalten: Feuerspektakel, Kamel oder drei Könige. Ebenso war die Bildgrösse festgelegt.
Mein Ziel war es, dass sich drei KönigINNEN in einem feurigen, üppigen Garten bewegen. Danke an diejenigen, die mitgevotet haben: Ich habe 2 Freikarten für die Obere Mühle gewonnen!

Der zugehörige Text entstand beim Erschaffen des Bildes, war aber kein Bestandteil des Wettbewerbs und der Ausstellung in Dübendorf.

Pause Repeat Play (2021)

[Pause]
it’s freezing
scarfs cover
scars tell
stories have
long legs mean
movement and still
it’s freezing

stars do have
scars show
patterns stand
still forever in beauty
and midnight freeze

lies grow
up and down under
between
facts really are
truth you know
YES!
I follow

apparently a fact
is a parent
of a lie

don’t move
or you’ll change

[Repeat]
don’t
cross my line
I tell you
DON’T
cross my line
no way

don’t
cross my line
I tell you
DON’T
cross my line
no way

or a million
to cross over
a line
so straight and stable
sustainable
infinite
once found

[Play]
in the crosshair
pay your price
pay attention

one day
may be
we come towards
mash up
cross words

a point
meant is
where two lines meet

let’s cross our lines
limes
minds
find a way
meet where they
touch me
please

Material
Spachtelmasse und Acryl auf MDF

Grösse
Pause: 69×27 cm
Repeat + Play: 30x30cm

Gleichnamige Performance
Mit Luka Peters, März 2021. Eine Verquickung verschiedener Texte mit Musik – Absurdität mit Tiefgang. Eine Performance als Spiegel von Zuständen und Gedanken während einem Jahr der Pandemie.

Anthropotoi (2019-21)

Das Auge tastet sich entlang
dem Menschenland
das durch Menschenhand
sich plastisch vereint
mit ländlicher Idylle
entsteint:

quer
von der Meer- zur Landzunge geschwommen
ans Ufer gekommen
vom einen oder anderen
niemand fragt nach
entstiegen dem grossen Ozean
über den Ponte Pene geschwankt
in der Bauchebene geweilt
Monument des Nabels bestaunt
Nabel der Welt
Mitte der Erde
das Rumoren der Tiefe gehört
die Spitzberge erklommen
noch immer benommen

Rast in der Achselhöhle
geschützt vor Attraktion
schweissgeduscht weiter

quer
Feld – eine Bildung von Orientierungssinn
weiter
Richtung Zurecht-Rücken
Gratwanderung
über behaarten Kamm
grad wars noch warm
hinab
durch den Tunnel des gebogenen Rückgrats

Aufatmen in der Po-Ebene
So weit das Auge reicht
weisse Fläche
von der Mutter gemalt ein
brauner Fleck auf dem Speck
Klippensprung
Atem
Rippenschwung
Atem
Rippenschwumm
item

zurück zuhause
im grossen Meer

Beschrieb
Als Kind stellte ich mir in der Badewanne vor, meine aus dem Wasser ragenden Glieder seien Inseln im Meer und winzige Menschen würden über meine Haut spazieren und meinen Körper als Landschaft wahrnehmen. In der gleichen Weise schaue ich manchmal noch heute auf Bergmassive oder Hügel und fantasiere sie als Rücken oder Bäuche von Riesen, wobei wir Menschen dann zu Winzlingen werden, die jederzeit plattgemacht werden könnten.

Es ist eine animistische Sicht, die mich zu Anthrotopoi bewogen hat und die ich mir auch als Erwachsene zu erhalten versuche. Dabei geht es mireinerseits um den Erhalt vom magischen Denken, in dem ich einen grossen Mehrwert für unsere rational dominierte Welt sehe. Andererseits können wir vielleicht ein Stück Ignoranz gegenüber unserem Planeten aufgeben, wenn wir ihn als ein (nahezu menschliches) Wesen verstehen.

In der Sprache zeigen sich zahlreiche tolle Verbindungen von Körper und Landschaft. Diese boten mir grosse Inspiration für die Bildwelten in Ölkreide. Die plastische Auseinandersetzung hingegen war der erste Annäherungsschritt an das Thema und führte mich zum zugehörigen Text; einer Art Reisebericht durch eine Körperlandschaft.

Anthropos griech. für „Mensch“ 
Topos (Mehrzahl „topoi“) griech. für „Ort, Platz, Stelle, Thema“

Ölpastell-Malereien (2020/2021)

Material der Bilder
Ölpastell auf Papier, A4

Erkundungen in Objektform (2019 / 2020)

Materialien des fotografierten Objekts
Kartongewebe und andere Verpackungs- bzw. Abfallmaterialien, Faden, selbstgeschöpftes Papier, Spachtelmasse, bemalt mit Acryl

Grösse des Objekts
ca. 60x40cm